Dienstag, 24. Februar 2015

Die ukrainische Wirtschaft und der Krieg



Die ukrainische Wirtschaft und Währung brechen ein. Dass Wirtschaftsentwicklungen nicht von ungefähr kommen, ist hinlänglich bekannt. Ganz gern beschreibt man die Wirtschaftsentwicklung in relativ gesunden Volkswirtschaften als wellenförmig. Mal gibt es Wachstum, mal gibt es Einbrüche.

Der angebliche Grund für die Talfahrt der ukrainischen Wirtschaft und damit der Währung ist angeblich der Bürgerkrieg im Osten der Ukraine. Doch vergleicht man die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamt und von Germany Trade & Invest, der Gesellschaft zur Außenwirtschaftsförderung der Bundesrepublik Deutschland, erkennt man sehr gut, dass die ukrainische Wirtschaft schon seit längerem vom wirtschaftlichen Niedergang beherrscht ist. Betrug das ukrainische Wirtschaftswachstum im Jahr 2010 noch 4,1 Prozent und im Jahr 2011 5,19 Prozent, so waren es im Jahr darauf nur noch 0,15 Prozent und im Jahr 2013 lediglich 0,05 Prozent. So etwas nennt man Stagnation, Rezession, wirtschaftlicher Rückgang oder einfach nur Mist.

Jedoch kann man aus der Geschichte sehr gut ablesen, dass wirtschaftliche Miseren oft ihre politischen Konsequenzen haben. Manchmal münden Wirtschaftsflauten auch in Revolutionen. So etwa in Frankreich 1789, in Russland 1917 und in der DDR 1989. Das hat selbst der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl sehr gut erkannt.

Ende 2013 war es dann auch einmal wieder in der Ukraine so weit. Der damalige ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch lehnte die Unterzeichnung eines Assoziierungsvertrags mit der Europäischen Union und damit eine Westbindung der Ukraine ab. Natürlich gab es Druck vom großen russischen Bruder und das in Form von höheren Zöllen sowie Einfuhrverboten.

Allerdings war die ablehnende Haltung Janukowytschs bloß der Auslöser für die Proteste des Euromaidans. Vielmehr liegt die Ursache des Protests mit anschließender Stürzung Janukowytschs im wirtschaftlichen Niedergang der Ukraine begründet. Sicherlich mag das auch am ökonomischen Unvermögen des damaligen Präsidenten gelegen haben. Doch EU hin oder her – die ist lediglich das Symbol für schlecht unterfütterte Argumentationen der ukrainische Demonstranten, weil die EU angebliche Fortschrittlichkeit suggeriert. Doch wenn es in der Welt nur so einfach wäre und man immer seine Fortschrittlichkeit mit dem Präfix „Euro-“ versehen könnte. Dann gebe es die Euro-FDP und noch viel schlimmere Strömungen mit entsprechender Vorsilbe.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Allukrainische Vereinigung „Swoboda“ unter ihrem Vorsitzenden Oleg Tjagnybok, der Kongress Ukrainischer Nationalisten unter Führung von Stepan Bratsiun sowie der Rechte Sektor mit seinem Vorsitzenden Dmytro Jarosch bei den Maidan-Protesten 2013/14 vertreten waren. Diese rechtsextremen Organisationen halten wenig von der Westbindung und glauben an die Überlegenheit der Ukraine. Entgegengesetzte Bekundungen dieser Gruppierungen dagegen sind opportunistisch, damit die EU-Staaten auf den vermeintlich gemeinsamen Gegner Russland eingeschworen werden konnten.

Auffällig dabei ist der Kongress Ukrainischer Nationalisten. Diese rechtsextreme Partei ging aus der OUN, der Organisation Ukrainischer Nationalisten, in den 1990er hervor. Die OUN kollaborierte während des Zweiten Weltkriegs mit den Deutschen.

Doch wie gefährlich ist der angebliche Faschismus, vor dem die russische Regierung und Medien warnen? Die Sorge und die Befürchtungen seitens der Russen um die ukrainischen Rechtsextremen sind berechtigt. Tatsächlich war der Aufmarsch auf dem Maidan ein Protest ukrainischer Kleinbürger aus der Westukraine. Die kleinbürgerlich und eher noch agrarisch geprägte Westukraine war immer ein Hort Erzkonservativer und Rechtsextremisten. Die Bewohner Galiziens sahen sich seit jeher als einzig wahren Ukrainer und waren beseelt von ihrer Überlegenheit sowie der rigorosen Ablehnung Russlands. Erst spät in den 1920ern fiel das westukrainisch und katholisch geprägte Galizien an die  Sowjetunion. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Ukrainer mit den deutschen Nazis während des Zweiten Weltkriegs kollaborierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte dann erst einmal Ruhe ein. Jedoch blieb die Westukraine katholisch, kleinbürgerlich und landwirtschaftlich geprägt. Und so war es für Rechtskonservative und -extremisten nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 ein leichtes, an die kleinbürgerliche Vergangenheit anzuknüpfen. Diese politische Tradition der Westukraine hielt sich bis heute.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass bei ausbleibenden wirtschaftlichen Erfolg Menschen auf die Straße gehen, ganz besonders die Kleinbürger. Sie fürchten bei wirtschaftlichen Einbrüchen stets den Abstieg und versteigen sich deshalb in krude Theorien. Hinzu kommt, dass Kleinbürger sich immer und stets überschätzen und sich für etwas Besseres halten. So wie die Westukrainer, die derzeit glauben, dass sie die einzig wahren Ukrainer sind.

Sonntag, 22. Februar 2015

Der pseudo-linke Eigennutz der Studenten und die deutsche Wirtschaft



Dass Studenten links und progressiv seien, ist ein landläufiges Stereotyp. Viele Studenten würden in einem Gespräch ihre Fortschrittlichkeit auch nicht abstreiten. Ob nun Linke, SPD, Grüne, Union oder FDP, für alles findet sich ein schlaues Argument zur Rechtfertigung der Fortschrittlichkeit. Aufgrund des mageren philosophischen Unterbaus vieler Studenten fehlen ihnen allerdings die Argumente zur Entkräftung der Fortschrittlichkeit der FDP.

Jedoch finden sie andere schlaue Statements und Äußerung, um sich intellektuell zu fühlen. Als Gewerkschafter zählt man unter den Studenten zu den Konservativen. Doch was ist fortschrittlicher als der Kampf für eine faire Umverteilung zugunsten Benachteiligter? Das hat selbst Richard David Precht, der Heinrich August Winkler der Philosophie, noch nicht begriffen. So schrieb Precht im SPIEGEL (06/2015) den Essay „Wer ist konservativer?“ und unterstelle den Gewerkschaften eine konservative Haltung, weil sie Besitzstandswahrung betrieben. Precht setzte nämlich das Gegenteil von „konservativ“ mit „liberal“ gleich. Nach Prechts Auffassung ist jeder seines eigenes Glückes Schmied. Precht glaubt an den unaufhaltsamen Fortschritt der Liberalität zum Guten und verkennt dabei, dass Liberalität keine Werte kennt. Wenn alles seinen Preis hat, hat nichts seinen Wert, so zumindest Walter Ludin. Doch so ungefähr wie Precht funktionieren und argumentieren auch die heutigen Studenten, nur mit noch viel weniger in der Hinterhand.

So haben einige gelesen, dass Deutschland derzeit zu viel produziert und exportiert. Damit haben die Studenten natürlich absolut recht. Daraus leiten viele linke Studierende ab, dass die Lohnstückkosten in Deutschland massiv steigen müssten, um einen Ausgleich mit den europäischen Nachbarländern herbeizuführen. Mit solchen Thesen verkennen viele die tatsächlichen europäischen Umstände und argumentieren nur für ihren monetären Eigennutz, ohne selbst gewerkschaftlich engagiert zu sein. Schließlich kostet die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ja Geld, wofür man sich monatlich eine oder mehr Flaschen Pinot Grigio für mindestens fünf Euro kaufen könnte.
 
Zwar haben Bundesbank-Chef Jens Weidmann und EZB-Chef Mario Draghi ebenfalls gute Tarifabschlüsse erbeten, doch stoßen die Zentralbanker damit nicht ins gleiche Horn wie diese vermeintlich linken Studenten. Es gibt nämlich viele Aspekte, die vernachlässigt worden sind.

Die deutsche Volkswirtschaft ist nur ein Scheinriese. Viele deutsche Firmen schrauben lediglich Halbprodukte zusammen und stempeln dann das Label „Made in Germany“ drauf, wie es Hans-Werner Sinn belegte. Das zeugt von einem geringen Anteil deutscher Produktivkräfte an der Wertschöpfung und der Exportwirtschaft. Außerdem sind die Hauptabnehmer deutscher Produkte die europäischen Nachbarländer. Gleichzeitig existiert der gemeinsame europäische Binnenmarkt, weshalb die Geschichte vom Exporteuropameister mehr als hinfällig ist. Somit gibt es also keine Wechselkurse im Euro-Raum, die als Regulativ für Exportüberschüsse dienen könnten.

Deshalb gibt es nun die Mär von den Lohnerhöhungen. Doch was passierte bei enormen Lohnerhöhungen in Deutschland? Viele Unternehmen würden abwandern, obwohl sie mithilfe der Hartz-Reformen mühsam zurückgeholt worden sind. Das heißt aber nicht, dass ähnliche Reformen im europäischen Ausland ebenfalls sinnvoll wären. Denn damit wanderten ebenfalls die Unternehmen ab, was zu einer allgemein negativen Lohnentwicklung führte. Jedoch sorgte eine Verteuerung der deutschen Lohnstückkosten oder die Absenkung europäischer Lohnstückkosten ebenfalls nicht zum wirtschaftlichen Aufschwung in den südeuropäischen Ländern. Was könnten Griechen außer Olivenöl und Wein produzieren, was exportfähig wäre? Urlaub in Griechenland und griechische Reedereien lassen sich eben nicht exportieren. Und was ist mit Italien? Italien ist zweifellos industrialisiert. Neben Fiat gibt es kleinere, preisgünstige Haushaltswarenproduzenten. Diese sind allerdings derzeit nicht konkurrenzfähig. Somit griffen Kunden auch weiterhin auf Produkte von Siemens-Boch oder Miele zurück. Nur produzierten dann entweder deutsche Arbeiter die Waren kostengünstiger bei höherem Aufwand, oder aber die Exporte ins europäische Ausland brächen ein, weil sich kaum einer deutsche Waren leisten könnte. Manchmal kann man eben nur verlieren. Scheinbar gibt es auch ein negatives Catch-22, also eine Lose-Lose-Situation. Somit ist manchmal die Wahrung des Status quo das Beste, was man tun kann.

Viele Studenten schauen bei solchen Worten vollkommen entgeistert, sie sind jedoch ohne Gegenargument. Und die Erklärung, woran die europäische Misere tatsächlich liegt, verstehen viele erst gar nicht.

Der Euro-Raum krankt daran, dass die europäische Gemeinschaftswährung keinen einheitlich politischen Unterbau bei seiner Schaffung erhalten hat. Dadurch dass sich beispielsweise Griechenland und Italien so unkontrolliert und kostengünstig überschulden konnten, traf sie Bankenkrise 2010 vollends und beinah vernichtend. Während dieser Krise konnten die südeuropäischen Staaten keine Hilfsprogramme zur Ankurbelung der Konjunktur auflegen, sondern betrieben Sparmaßnahmen, weshalb die südeuropäischen Volkswirtschaften weiter in die Krise rutschten. Somit sind die geringen Löhne in Deutschland nicht schuld am wirtschaftlichen Niedergang Griechenlands, Italiens und anderer Staaten, obwohl die Bundesrepublik durchaus mehr Entgegenkommen zeigen könnte.
 
Aufgrund dieser südeuropäischen Misslage flüchten viele Anleger in den deutschen Markt. Das führte unter anderem zum Aufblähen des Deutschen Aktien-Index, der am Freitag, dem 13. Februar 2015, erstmals die Marke von 11.000 Punkten überschritt, obwohl der DAX erst ein halbes Jahr zuvor die 10.000-Marke erstmals überschritt. 

Viele Anleger glauben an die deutsche Wirtschaftsstärke und überfluten damit den deutschen Markt, doch dabei ist Deutschland gerade aufgrund seiner Hartz-Reformen nicht so stark, wie man landläufig glauben könnte. Durch die Hartz-Reformen wurden viele Menschen von den sozioökonomischen Entwicklungen abgeschnitten. Deshalb geht die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer stärker auseinander. Um Deutschland ins Wanken zu bringen, bedarf es somit nur vergleichbarer Reformen in anderen europäischen Staaten oder überzogene Lohnerhöhungen in Deutschland. Aber all diese Anleger blähen mit ihren Investitionen die deutsche Volkswirtschaft zu einem Scheinriesen auf.

Und sind somit unverhältnismäßig große Lohnerhöhungen bei einer vermeintlich starken Volkswirtschaft wie der Deutschen sinnvoll und richtig? Deshalb lieber auf Sicht fahren und abwarten, bis die europäische Einheit zumindest sozioökonomisch vollbracht ist. Dazu bedarf es nicht nur Reformen in Griechenland, sondern auch in Deutschland. Jedoch zählt das weitere Ausquetschen der Bürger nicht als Reformlösung.

Der populärwissenschaftliche König der Geschichtswissenschaft



Jeder halbwegs belesene Mensch kennt den Historiker Heinrich August Winkler. Er war der Lehrstuhlinhaber für Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist unerschöpflicher Verfasser von zahlreichen Abhandlungen über historische Sachen. Außerdem tingelt er regelmäßig durch die Medien. Beim SPIEGEL ist er allzu oft anzutreffen.

Doch eigentlich ist Winkler vielmehr der, der aus beinah unendlich vier macht. So verfasste er vier Bände über die Geschichte des Westens. Toll, früher gab es viele, viele Bücher und andere Abhandlungen über jedwede Kleinigkeit in der Entstehung und Entwicklung europäischer und nordamerikanischer Staaten. Heute bedarf es nur noch eines kurzen Blicks in den Winkler Band 1 bis 4. Besser kann es Wikipedia auch nicht machen.

Jedenfalls gab Winkler im SPIEGEL (01/2015) ein Interview. Es trägt den Titel „Ein neuer Sonderweg“. Darin reimt sich Winkler eine Erklärung zur Entstehung von Demokratie und Menschrechten zusammen. Scheinbar glaubt er, dass diese gottgegeben seien, wenn er an die Vernunft des Menschen glaubt. Winkler selbst streitet auch nicht ab, ein Anhänger des idealistischen Philosophen Immanuel Kant zu sein. Doch Winkler meint, „der Gedanke, dass es eine dem Menschen angeborene Würde gibt, ist religiösen, nämlich jüdisch-christlichen Ursprungs.“ Im Folgesatz ergänzt er: „Wie übrigens auch der Gedanke der Gewaltenteilung, der zurückgeht auf das Wort von Jesus: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ 

Erst einmal wird Jesus von den Juden nicht als religiöse Figur anerkannt, trotzdem funktioniert die Demokratie in Israel, obwohl laut Tom Segev in „1967.Israels zweite Geburt“ regelmäßig ein Putsch der israelischen Armee befürchtet worden ist. Außerdem bläst Winkler mit seinem Zitat ins gleiche Horn wie Francis Fukuyama, der eine Demokratiefähigkeit der muslimischen Welt negierte. Gleichzeitig behauptet Winkler mit seiner Äußerung, dass Christen die Veranlagung zur Demokratie, Recht und Gewaltenteilung automatisch in die Wiege gelegt worden wäre. Doch wie rechtfertigt Winkler damit den schrecklich fatalen Irrweg der Deutschen mit Adolf Hitler?

Mit dieser Äußerung diskreditiert sich Winkler selbst. Rein historisch-materialistisch gesehen handelt der Mensch aus Einsicht zur Notwendigkeit, weil das Sein das Bewusstsein bestimmt. Dabei spielte die Bibel und das Evangelium keine bedeutende Rolle.

Es ist bedauerlich, dass die Wissenschaftler am meisten Gehör finden, die am lautesten schreien. Dies schadet sauberer wissenschaftlicher Arbeit. Somit schadet Winkler mit seinen Phantasiegespinsten der Geschichtswissenschaft.

Wie Facebook unser Leben bestimmt



Ich habe ein Facebook-Profil, das ist allerdings ein Fake. Denn unter meinem Namen findet man mich da nicht, es ist auch kein Bild von mir eingestellt. Doch recht unterhaltsam und lehrreich ist es trotzdem.

So kriege ich von Facebook regelmäßig Unbekannte als Freunde vorgeschlagen. Das mache ich dann auch. Gleichzeitig suche ich aber auch neue Kontakte und füge diese als Freunde hinzu. Facebook versteht sich nämlich als große Freundschaftsmaschine.

Doch eine Sache ist verwunderlich. Ich kann nicht unbegrenzt Freunde hinzufügen, obwohl mir immer neue Freunde vorgeschlagen werden. Was soll das also? Beispielsweise kann ich Menschen aus Polen und Brasilien als Freunde hinzufügen, doch Facebook verweigert sich sehr oft bei türkischen und anderen muslimischen Mitmenschen.

Solche Einstellungen bei Facebook muten wie eine Äußerung eines ehemaligen Kommilitonen an, der mittlerweile wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Münster ist. Der gute Mann, den ich besser ‘mal nicht namentlich erwähne, meinte einmal über deutsch-türkische Mischbeziehungen: „Deutsche und Türken passen nicht zusammen.“ Oha, und das sagt ein Pädagoge.

Solche Äußerungen erwartet man von anderen. Selbst mein Vater, ein weltoffener Ossi mit einem Faible für Indien und Lateinamerika, sagte einmal: „Henning wird einmal in einem Serail [Serail: Palast oder Residenz eines türkischen Herrschers, eigene Anmerkung] mit einer Khan-Tochter [Khan: zentral- und mittelasiatischer Herrschertitel, eigene Anmerkung] wohnen.“ Zwar verwechselte mein Vater da zwei Kulturen, doch mir schmeichelte diese Äußerung ungemein.

Somit ist mein Vater kulturell offener als Fratzenbuch und der münstersche Erziehungswissenschaftler. Zumindest macht mir meine Vater keine Bestimmungen oder Vorhaltungen, wer zu mir passt und wer nicht. Dagegen sollte vielleicht der Erziehungswissenschaftler aus Münster nicht so oft bei Fratzenbuch aktiv sein.

Eine Studie zur deutschen Einheit



25 Jahre deutschen Einheit und es gibt eine Studie der Bundesbeauftragten für die neuen Bundesländer zur deutschen Einheit. Die Bundesbeauftragte heißt Iris Gleicke (SPD) und stammt aus Thüringen. Gleickes Studie wurde vom Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt und untersuchte das Zusammenwachsen und die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen.


So hoch kann also die bundesweite Zustimmung zur Demokratie doch nicht sein. Oder verwechseln die Bundesbürger das Privileg des Wahlrechts mit dem Wahlrecht im alltäglichen Leben? „Heute esse ich ‘mal fleischlos und lasse den Schlüpper weg! Dafür esse ich morgen Fleisch und trage dann Unterhose!“ Scheinbar hat ungefähr die Hälfte der wahlberechtigten Bundesbürger das Wahlrecht noch nicht als ihre staatsbürgerliche Pflicht verstanden. Das bedauernswert und widerlegt zugleich diese belanglose und zugleich beschönigende Studie der Bundesbeauftragten. 90 Prozent der Westdeutschen und 82 Prozent der Ostdeutschen sagen eben nicht, dass Demokratie die beste Staatsform ist. In Wirklichkeit scheißt die Hälfte der Bundesbürger in ihrer Gleichgültigkeit auf die Demokratie!